Big Tech-Brother is watching us!
AI ist eine Umverteilungsmaschine von unten nach oben
Moderiert von Anna Maria Wallner, Head of New Media bei der Presse, analysierten Ingrid Brodnig und Marina Weisbands (sie konnte leider nicht in Wien sein und wurde zugeschaltet) die Auswirkungen von Social Media und AI Companies auf unseren Alltag und unsere Demokratie. Die Sorge um die Verwendung von AI bei Moderationsaufgaben, vor allem im Social-Media-Bereich, teilten die beiden Diskutantinnen und wiesen auf Desinformation und Fehler in diesem Bereich hin. Überwiegend für Frauen könnten diese neuen Entwicklungen Sexualisierung und Missbrauch fördern, beispielsweise im Bereich der Bildgenerierung.
Außerdem behandelten sie auch die ökonomischen Folgen von großer Macht für wenige Player. Marina Weisband: „AI ist eine Umverteilungsmaschine von unten nach oben, denn AI nimmt Daten, die wir generieren, benutzt dafür staatliche Infrastruktur, generiert Gewinne aber nur für ganz wenige. Dabei setzt sie darauf, Arbeitsplätze einzusparen, - das ist ja der große Verkaufsgrund von AI. Während dann immer weniger Leute Arbeit haben, fließt der Gewinn an immer weniger Unternehmen.“
Widerstand gegen Plattformlogik gewünscht!
Trotzdem ist ein Trend hin zu kleineren Social-Media-Plattformen oder gänzlich weg von Social Media zu erkennen. Meist dienen Propaganda, AI Slob oder Enshittification als Motivation, andere Wege einzuschlagen. Wie können sich klassische Medien dem Druck dieser Plattformlogik widersetzen? Insbesondere Podcasts als Erzählformat und Newsletter sind weniger abhängig von Algorithmen und somit unabhängiger von den IT-Konzernen. Auch der Markt für konstruktive und positive Nachrichten wächst, speziell spendengeförderte Medienmodelle nehmen zu. Dazu Ingrid Brodnig: „Ich habe oft das Gefühl, es wird ein bisschen zu streng auf die Medien geschaut beim Thema Social-Media-Berichterstattung - es ist ja trotzdem David gegen Goliath. Das ist unfair.“ Aktionen wie die „No Kings“-Proteste in den USA können helfen, Netzwerkmacht zu brechen und Monopolmächte zu verhindern. Ein Hands-on-Tipp von den Expertinnen: X und TikTok löschen, um Social Media Screen Time zu reduzieren!
Autorin: Leya Hampel
Fotos: Karo Pernegger und Mirjam Reither/APA